Themen der Friedensinitiative Bonn-Beuel
Wir sind entsetzt über die Terroranschläge in den USA und trauern mit vielen Menschen in der ganzen Welt um die Opfer. Gleichzeitig wächst bei uns die Furcht vor einer Eskalation der Gewalt und vor neuen Kriegen. Wir verstehen die Trauer und die Wut des amerikanischen Volkes. Gerade deshalb halten wir eine besonnene Vorgehensweise durch die Politik für unabdingbar.
Die Schuldigen für diesen schrecklichen Terrorangriff müssen mit allen rechtsstaatlichen Mitteln gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden. Racheakte und Vergeltung dagegen sind einer auf Recht und Gesetz beruhenden Zivilisation nicht würdig und führen zu neuem Unrecht und unschuldigen Opfern.
Wir sind der Meinung, dass Bundespräsident Johannes Rau auf der Kundgebung in Berlin am 14. September 2001 den einzig sinnvollen Weg aufgezeigt hat, wie die Welt auf die Terrorangriffe reagieren sollte:
"[...] Wir werden und wir dürfen uns von niemandem dazu verleiten lassen, ganze Religionen oder ganze Völker oder ganze Kulturen als schuldig zu verdammen. Wer sich aber mit den Mördern gemein macht - aus welchen Gründen auch immer -, wer ihnen Schutz und Hilfe gewährt, der ist den Mördern gleich.
Wir werden auf die Herausforderung nicht mit Ohnmacht und nicht mit Schwäche reagieren, sondern mit Stärke und Entschlossenheit. Und mit Besonnenheit. Hass darf uns nicht zum Hass verführen. Hass blendet. Nichts ist ja so schwer zu bauen und nichts ist ja so leicht zu zerstören wie der Friede. [...]
Wir müssen den Terrorismus bekämpfen und wir werden ihn besiegen.
Dazu brauchen wir einen langen Atem. Wer den Terrorismus wirklich besiegen will, der muss durch politisches Handeln dafür sorgen, dass den Propheten der Gewalt der Boden entzogen wird.
Armut und Ausbeutung, Elend und Rechtlosigkeit lassen Menschen verzweifeln. Die Missachtung religiöser Gefühle und kultureller Traditionen nimmt Menschen Hoffnung und Würde.
Das verführt manche zu Gewalt und Terror. Das sät den Hass schon in die Herzen von Kindern. Alle Menschen haben das Recht auf Anerkennung und auf Würde. [...]
Der beste Schutz gegen Terror, Gewalt und Krieg ist eine gerechte internationale Ordnung. Die Frucht der Gerechtigkeit wird der Friede sein.
Das ist mühsam. Das dauert lange, das kostet nicht nur Zeit. Aber eine friedlichere, eine sichere Welt muss uns das wert sein. Für uns und für die Kinder unserer Welt. [...]"
Auszüge aus der Rede von Bundespräsident Johannes Rau auf der Kundgebung in Berlin am 14.9.2001.